Einsatz

Hunde im Schuldienst der Grund- und Gemeinschaftsschule Lensahn

 

Schon seit 2014 werden ausgebildete Assistenzhunde stundenweise 2 x wöchentlich in der Lensahner Schule eingesetzt.

 

Sie „arbeiten“ in kleinen Gruppen, deren Teilnehmer handverlesen von den jeweiligen Klassenlehrern vorgeschlagen werden.

 

Die Schüler sind teilweise zu schnell oder zu langsam für ihre Mitschüler, haben zu hohe oder zu niedrige Motivation für den Schulalltag, sind erhöhtem Stress der Gruppengemeinschaft ausgesetzt oder zu unsicher oder schüchtern sich zu behaupten. Eine wilde Mischung so scheint es, aber dank der Hunde ist ein harmonisches Miteinander unter ihnen tatsächlich möglich. Die Schüler kommen gerne in die „Spezial AG“ und oft sind sie traurig, wenn ein AG-Wechsel bevorsteht. Teilnehmerwechsel finden alle 6 Monate statt, denn die Plätze sind natürlich begrenzt.

 

Was also läuft hier anders, sodass eine harmonische Förderung dieser unterschiedlichen Charaktere so gut möglich ist? Es ist die Mitarbeit der Hunde. Ein Hund kritisiert oder verurteilt nicht, er ist gänzlich ohne Vorurteile, macht sich nichts aus Statussymbolen oder Schulnoten. Lernschwäche berührt ihn nicht, erhöhter Ergeiz imponiert ihm nicht. Die Hunde freuen sich einfach, „ihre“ Kinder wieder zu sehen. Egal wie der Tag bisher war, jetzt ist die besondere Zeit. Die Hunde wirken als Katalysator, Motivator, Vermittler und ausgleichender Ruhepol. Ihre natürlichen Anlagen, die verschiedenen Gemütszustände zu erkennen und entsprechend auszugleichen, wurden sorgsam geschult. Der Hund erkennt und handelt, ein Einmischen der Gruppenleiter ist diesbezüglich nicht nötig. Natürlich werden diese Stunden geplant und vorbereitet, aber die Hunde erledigen den wichtigsten Job aus eigenem Antrieb. Sie schmiegen sich dezent, aber dennoch penetrant zum Kuscheln und Streicheln an den Schüler, der vielleicht gerade wütend, aufgeladen, gestresst oder traurig ist. Wir als Personen hätten nun kaum Zugang - der Hund schon. Negative Gefühle werden so einfach weggestreichelt. Wer in Gedanken versunken mal einen Hund gestreichelt hat, der weiß was gemeint ist. Nach einigen Minuten ist der betreffende Schüler auch für uns wieder offen und wir können arbeiten.

 

Die Hunde werden auch als Lernhilfe eingesetzt. Viele Schüler haben Probleme mit dem Vorlesen. Natürlich haben sie dann erst recht keine Lust, das zu üben. Wenn Assistenzhund Hazel aber darum bittet, vorgelesen zu bekommen, dann sieht das schon ganz anders aus. Es stört sie nicht, wenn der Text stockend kommt, sie bleibt angekuschelt am Vorleser liegen. Erst wenn die Pausen zu lang werden, dann guckt sie auf und stupst an (antrainiertes Verhalten). Hunde können als Lernhilfe in vielfältiger Weise eingesetzt werden, dafür werden sie speziell ausgebildet.

 

Auch in Punkto An-/Ausgleichung verschiedener Charaktere der Schüler sind Hunde unschlagbar. Da gehen der „Draufgänger“ und der „Schüchterne“, im angeregten Gespräch vertieft, mit dem Hund an ihrer Seite nach einem kleinen Ausflug zurück zur Schule. Offiziell sollte der Hund ein bisschen Spaß haben, es versteht sich, dass genau diese beiden Schüler gemeinsam mit dieser Aufgabe vertraut wurden ;)

 

Diese Aufzählung ließe sich noch sehr lange fortführen…

 

Vielleicht noch der Hinweis, dass es in der Offenen Ganztagsschule eine „4 Pfoten AG“ gibt, dort sind die Plätze natürlich auch begrenzt und auch hier werden die Teilnehmer nach 6 Monaten ausgetauscht. Wer aus der Spezial AG raus muss, ist eigentlich immer bemüht, hier noch einen Platz zu ergattern.

Die Assistenzhunde der Grund- und Gemeinschaftsschule Lensahn haben halt die Nase vorn.